#609060
4 Sep
Eben bin ich auf eine Aktion aufmerksam geworden, die im Moment unter dem Hashtag #609060 auf Twitter und Instagram läuft. Es geht darum, dass sich Menschen in ihrer Alltagskleidung fotografieren und die Bilder hochladen. Das Ganze soll zeigen, dass Kleidung nicht nur an photoshop-verschönerten Models gut aussieht, sondern an jedem, der sich in seiner Kleidung wohlfühlt und etwas trägt, das zu ihm passt.
Die Idee kam von Journelle und bisher haben einige Blogger darüber berichtet, kommentiert, Meinungen geäußert und zum Nachdenken angeregt, darunter Anne, Birtona, dasNuf, Mittenmank, das Denkding und das Wortschnittchen (verzeiht mir, wenn ich jemand wichtigen vergessen habe, ich habe sicher noch nicht alles zu #609060 herausgefunden – dazu später mehr). Mittlerweile hat es die Aktion sogar schon in die Nido geschafft und heute gab es sogar einen Artikel auf Spiegel Online. Schließlich darauf aufmerksam gemacht hat mich aber erst der Post von ellebil, den ich heute Nachmittag gelesen habe. Daraufhin habe ich mich ein wenig an die Recherche gemacht und geschaut, was es so für Fotos und Blogbeiträge zu dem Thema gibt. Und danach bin ich mit meinem Freund Essen gegangen.
Und fand ich die Aktion vorher schon gut und unterstützenswert, bin ich jetzt erst recht dieser Meinung. Denn augenblicklich habe ich angefangen, mehr auf die Leute um mich herum zu achten – was tragen die eigentlich so? An den Artikeln einiger Blogger und teilweise auch an dem, was ich so auf Twitter lese, merke ich, dass #609060 nicht nur bei mir die Aufmerksamkeit für andere fördert. Man (oder zumindest ich) fängt an, bei Anderen zuerst darauf zu achten, was an ihnen gut aussieht. Und nicht, um sein eigenes Ego zu bestätigen, was an den anderen Leuten schlechter aussieht als an einem selbst.
Natürlich gibt es wie immer auch Stimmen, die diese Aktion negativ bewerten und sich darum streiten, welche Personen denn nun wieder ausgegrenzt werden, wenn es um “normale” Menschen geht. Sie erklären, dass sich Menschen, die im Allgemeinen nicht als “normal” (normalgroß, normalgewichtig, normalalt, was auch immer) eingestuft werden, sich ohnehin nicht an dieser Aktion beteiligen würden. Aber ich denke, jeder von uns hat Problemzonen, die ihm an seinem Körper nicht gefallen, und damit sind wir doch alle irgendwie normal. Genau diese Problemzonen werden auf retuschierten Bildern von Models verborgen. Und darum geht es doch, oder? Dass auch unretuschierte Menschen mit Problemzonen gut aussehen und mehr Menschen das auch erkennen sollten – an anderen und an sich selbst.




